So öffnen die nordischen Länder ihre Grenzen

Service 29.06.2020

Dänemark- und Island-Reisen sind bereits wieder möglich; Finnland und Norwegen öffnen ihre Grenzen demnächst. Wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen wird vor Reisen nach Schweden gewarnt. Eine Übersicht.

Die nordischen Länder konnten sich auf keinen einheitlichen Termin für die Öffnung ihrer Grenzen in der Corona-Krise einigen. Während Dänemark seine Grenze für deutsche Urlauber wieder geöffnet hat, halten die Finnen noch bis 12. Juli 2020 die Schranken unten. Bei den Norwegern wird die Öffnung unter bestimmten Bedingungen am 15. Juli erfolgen. Auf Schweden-Reisen soll dem Auswärtigen Amt zufolge verzichtet werden. Eine Übersicht:

Dänemark: Grenze offen für Deutsche

Für Reisende aus Deutschland, Norwegen und Island hat Dänemark seine Grenzen wieder geöffnet. Menschen aus anderen Ländern – darunter Österreich und die Schweiz – müssen noch einige Monate warten, bis sie das nordische Land wieder bereisen dürfen.

Wer nach Dänemark reist, muss an der Grenze einen Unterkunftsnachweis für mindestens sechs aufeinanderfolgende Nächte vorlegen. Als Unterkünfte gelten Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze. Bei Privatunterkünften ist eine Bestätigung der Person notwendig, bei der die Übernachtung erfolgen wird.

Die Einreise wird auch für fünf Übernachtungen in der ersten Woche nach dem 15. Juni 2020 erlaubt, wenn mindestens sechs Übernachtungen insgesamt gebucht worden sind. Die Übernachtungen können an unterschiedlichen Orten erfolgen.

Nichtdänischen Staatsangehörigen, die deutliche Symptome von Covid-19 zeigen, beispielsweise Husten, Fieber, oder ähnliches, wird die Einreise nach Dänemark unabhängig vom Grund verwehrt.

Zur Zeit ist eine Einreise über die deutsch-dänische Landgrenze aufgrund dänischer Vorgaben nur an den Grenzübergängen Kupfermühle – Krusau/Kruså, Fröslee/Frøslev (A7/E45) und Seth/Sæd, Pattburg/Padborg und Pepersmark/Pebersmark möglich.

Finnland lockert Reisebann ab 13. Juli

Finnland will die in der Corona-Krise erlassenen Reisebeschränkungen ab 13. Juli 2020 für eine Reihe von europäischen Ländern wieder aufheben, darunter voraussichtlich auch Deutschland. Die Möglichkeit zur Einreise hängt dann vom Infektionsgeschehen im jeweiligen Land ab.

Vom 13. Juli an sollen demnach Reisen aus Ländern wieder möglich sein, die innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnet haben. Nach heutigem Stand fielen darunter neun Staaten des EU- und Schengen-Raumes, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – Finnlands westliches Nachbarland Schweden dagegen nicht. Bereits Mitte Juni hatte Finnland seine Grenzen für Reisende aus dem Baltikum, Norwegen, Dänemark und Island aufgehoben.

Island: Schnelltests seit 15. Juni

Die isländische Regierung testet vom 15. Juni an Einreisende auf Corona. Diese Tests finden direkt am Flughafen statt. Nach der Überprüfung dürfen die Reisenden zunächst in ihre Unterkunft, müssen dort jedoch auf das Ergebnis warten. Dieses soll noch am selben Tag vorliegen. Ist der Gast negativ, hat also kein Corona, darf er sich im Land frei bewegen. Ansonsten muss er für 14 Tage in häusliche Quarantäne.

Die Tests sind freiwillig. Wer sie verweigert, muss sich jedoch in jedem Fall in eine 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft begeben. Die Tests kosten etwa 100 Euro pro Person (Kinder, die 2005 oder später geboren sind, werden nicht getestet). Gesundheitsbescheinigungen oder -nachweise aus dem Ausland können derzeit nicht akzeptiert werden.

Norwegen: Öffnung zum 15. Juli

Reisende aus Deutschland und weiteren Staaten des Europäischen Wirtschafts- und des Schengen-Raums können bald wieder nach Norwegen reisen, sofern dies die Corona-Zahlen des jeweiligen Landes erlauben.

Ihre Regierung beabsichtige, Reisen aus diesen Ländern zum 15. Juli wieder quarantänefrei zu ermöglichen, gab Ministerpräsidentin Erna Solberg bekannt. Es gibt jedoch eine wichtige Einschränkung: Der Coronavirus-Ausbruch muss in dem jeweiligen Land unter Kontrolle, die Infektionszahlen dementsprechend niedrig sein.

Die norwegische Gesundheitsbehörde soll bis zum 15. Juli eine Liste mit Ländern und Regionen ausarbeiten, für die aufgrund von deren Infektionszahlen weiter Reisebeschränkungen gelten werden. Deutschland könnte wegen seiner derzeit niedrigen Quoten – bis auf die Kreise Gütersloh, Warendorf und Göttingen – zu denen gehören, die weiter einreisen dürfen. Für Schweden hingegen dürfte weiterhin ein Einreiseverbot gelten.

Auch Norweger, die nach Schweden reisen, müssen nach ihrer Rückkehr weiter für zehn Tage in Quarantäne, machte Solbergs Regierung bereits klar. Dazu zählt auch wieder die Insel Gotland, die die Regierung jüngst davon ausgenommen hatte.

Schweden: Reisewarnung bleibt

Die schwedischen Grenzen sind für Deutsche zwar nicht geschlossen, viele Länder - darunter Deutschland – warnen jedoch vor Reisen nach Schweden. Grund ist die erhöhte Gefahr einer Corona-Ansteckung im Land: Schweden überschreitet die die von der EU gesetzte Grenze von höchstens 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner. Vor allem die skandinavischen Nachbarländer geben dem laxen Umgang der Schweden mit der Seuche hierfür die Schuld.

Grundsätzlich unterliegen Staatsangehörige der EU, der Schweiz, ihre Familienangehörigen und Inhaber von EU-Aufenthaltsgenehmigungen keinen Einreisebeschränkungen. Alle Grenzübergänge sind geöffnet.

Fährverbindungen etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde werden weiter befahren.

Schweden-Rückkehrer müssen sich zurück in Deutschland teilweise in eine 14-tägige Selbstisolation begeben. Dies gilt etwa für Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern.

(Quelle: www.fvw.de)

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