Die Zukunft der Geschäftsreise

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Zunächst mal eine positive Nachricht: Das Auswärtige Amt wird zum 15. Juni die allgemeine Reisewarnung innerhalb der EU zurücknehmen. Das und die aktuellen Lockerungen, wie die Öffnung von Hotels, Restaurants und Dienstleistern sind ein wichtiges Signal für die Reisebranche. Doch was kann die Geschäftsreise-Branche von der Zukunft erwarten? Werden die Zahlen der Geschäftsreisenden sich wieder auf das Vor-Corona-Maß erholen?

Da hilft der Blick auf vergangene Krisen. Diese miteinander zu vergleichen ist immer eine schwierige Angelegenheit. Wir vergleichen aber nicht was passiert ist, sondern die Auswirkungen auf das Reiseverhalten. Und die waren sowohl beim Terroranschlag am 11. September 2001 als auch bei der Finanzkrise 2008 ähnlich: Ein starker Abfall der Reisetätigkeit, gefolgt von einem kontinuierlichen Anstieg, nachdem die Angst vorüberging und die Investitionsfreude zurückkehrte.

Nach 9/11 hat es ungefähr neun Monate gedauert bis die Luftfahrtbranche sich von den Folgen und der Verunsicherung der Menschen erholt hatte. Kurz saß die Geschäftswelt vor den Bildschirmen, um sich virtuell zu begegnen, aber schon bald ist sie wieder um die Welt geflogen, mit etwas stärkeren Sicherheitsbestimmungen. Nach der Finanzkrise 2008 dauerte es etwas länger, aber dann ging die Kurve stark nach oben.

Im Jahre 2008 fanden laut Statista in Deutschland 163,1 Millionen Geschäftsreisen deutscher Unternehmen statt, im Jahr 2009 nur noch 145,1 Millionen, was einem Einbruch von ca. 18 Millionen Reisen entspricht. Schon im nächsten Jahr waren es nur noch ca. 8 Millionen Geschäftsreisen weniger und bereits im Jahr 2011 stieg die Anzahl auf 163,9 Millionen und war damit höher als vor der Finanzkrise. Trotz oder sogar durch die stetige Weiterentwicklung der Videotechnik und der anhaltenden Globalisierung kletterte die Anzahl der Dienstreisen deutscher Unternehmen in den nächsten zehn Jahren (von 2008 bis 2018) auf 189,6 Millionen im Jahr.

Der Virus ist wohl weniger greifbar als ein Terroranschlag, aber auch für viele deutlich einfacher zu verstehen als die Finanzkrise. Diesmal kommen jedoch Angst und fehlende Liquidität zusammen. Das könnte bedeuten, dass der Zeitraum für die Erholung einfach länger dauert. Ob ein langfristiger Paradigmenwechsel bevorsteht, welcher den Trend zu weniger Geschäftsreisen verstärkt, ist absolut nicht abzusehen. Doch die Geschäftsreisebranche wurde bereits mehrmals totgeredet, die Zahlen haben sich jedoch ganz anders entwickelt. Die Betrachtung der vorherigen Krisen zeigt, dass die Menschen sich an neue Situationen und Maßnahmen gewöhnen, was als positive Erkenntnis für die Reiseart "Geschäftsreise" und damit die ganze Branche gewertet werden sollte.

Außerdem: "Persönlich schlägt perzoomlich", das haben wir ja bereits geklärt.


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